Gründungsversammlung

Ein Verband für Nachbarschaftsbeziehungen

 

Ärztemangel, überlastetes Pflegepersonal, Mangel an Nachwuchskräften, steigende Kosten für die Versorgung älterer Menschen – die Bedarfsliste im Gesundheitswesen beiderseits der Oder ist groß und ließe sich noch beliebig fortführen. Um für die Gesundheit Brücken zu bauen sowie neue Aspekte wie die betriebliche Gesundheitsprävention voranzubringen gründete sich am 12.06.2015 der Deutsch-Polnische Gesundheits- & Sozialverband.

„Wir dachten zunächst an eine kleine Gründungsfeier mit etwa 10 Gründungsmitgliedern. Dass das Interesse dann so groß ist, damit haben wir selbst nicht gerechnet“, so Initiator und Mitbegründer des Verbandes Enrico Triebel von allma consulting in Potsdam. Welchen hohen Stellenwert grenzüberschreitendes Gesundheitswesen und vor allem die Verbandsgründung einnimmt bewies auch die Teilnahme hoher politischer Würdenträger, wie Frau Anne Quart, Staatssekretärin für das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg. Die polnische Seite wurde durch Herrn Marek Woźniak, Vertreter des Marschalls der Wojewodschaft Großpolen würdig vertreten.


Mit einer deutschen Vereinsform und der Wahl des Gründungsortes in Poznan, im Sitzungssaal des Szpital Wojewòdzki wollten die Gründungsmitglieder zugleich ein Zeichen der interkulturellen Zusammenarbeit setzen. Vor mehr als 40 Teilnehmern wurde der Gründungsakt vollzogen und Herr Dr. Jacek Lukomski, Direktor des Szpital Wojewòdzki w Poznaniu, zum Verbandsvorsitzenden gewählt. Dem Gründungsakt folgten zahlreiche Glückwünsche, denn der Verband wird die politische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den benachbarten Ländern stark beschleunigen.

Mit binationalen Podiumsdiskussionen, themenspezifischen Seminaren und Gesundheitsworkshops wird eine ganz neue Plattform der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen geschaffen. Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Verbandes wird das Verbinden seiner einzelnen Mitglieder sein. Damit wurde bei dem Empfang nach der Gründungszeremonie auch umgehend begonnen. Vertreter der Krankenkassen Deutschlands und des NFZ Polens nutzten die Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen und sich über aktuelle Themen und Systemunterschiede auszutauschen. „Es freut uns sehr“, so Staatssekretärin Anne Quart, „dass dieser Verband angestoßen wurde. Wir brauchen solche Initiativen, damit auch die Politik Unterstützung erhält bei der gemeinsamen Arbeit Lösungen zu finden“.

Mit einer ersten Podiumsdiskussion im September an der Viadrina Frankfurt/ O zum Thema „Chancen und Nutzen – Medizinstudium in Polen und Deutschland“ und einem umfangreichen Rahmenprogramm bietet der Verband eine erste Möglichkeit sich fundiert zu vernetzen und auszutauschen. „Schon jetzt ist erkennbar, wie groß der Bedarf an grenzüberschreitendem Austausch von Ressourcen im Gesundheitsbereich ist, um beiderseits der Grenze gesund zu leben, gesund zu werden und es zu bleiben. Daher freuen wir uns als echtes Gesundheitsnetzwerk stolzes Gründungsmitglied dieses Verbandes zu sein“, resümiert Christian Lombardt der mit der GesundheitsTicket GmbH jahrelang erfolgreich Unternehmen, Angestellte und Gesundheitsdienstleister zusammenführt. Und weiter, „Wir sind uns sicher, dass dieses gemeinsame Projekt großen Nutzen für beide Länder bringt und wünschen dem Vorhaben den Erfolg den es verdient.“